Dogfighter ME 109

Irgendwie habe ich mich an meinen PSS-Mühlen satt gesehen, die Saison 2009 möchte ich mit neuen Modellen bestreiten.

Beim Stöbern im RC-Network Forum bin ich bei Aircombat über den Treat "Ich bau mir ne E-Me 109" gestolpert. Die Bilder sahen viel versprechend aus und in Gedanken seh´ ich den Vogel schon die Dänischen Hangkanten entlang kratzen. Einer kurze PM im Forum und der Deal war perfekt. Einen Tag nachdem das Geld überwiesen war stand der nette DHL Mann mit einem Monsterpaket vor der Tür.

Mein Gesicht hätte man vermutlich fotografieren können...

Nach dem die Teile aus dem Monsterkarton auf der Werkbank verteilt und geordnet waren, konnte ich nicht anders - Sekundenkleber auspacken und los geht´s! 

Bauanleitung? - Fehlanzeige! Brauch´s auch nicht unbedingt! Wenn man ein bisschen Erfahrung im Bau von Modellflugzeugen mitbringt ist der Bau kein Problem!

 

 

In diesem Karton kam die ME bei mir an...

 

Die Teile erst mal sortiert und nach Baugruppen zusammengestellt.

Die Qualität der Einzelteile ist absolut Top und und die Frästeile sind sauber hergestellt. (den Berg Verpackungsmüll knipse besser nicht...)

Wenn man das so sieht, muss man einfach die Sekundenkleberflasche aufschrauben und loslegen - ich kann nicht anders, es ist ein innerer Zwang.

 

Zuerst wird der Flügelkasten mit der Akkurutsche mit dickflüssigem Sekundenkleber zusammengeklebt.

Die Doppler des Servobrettes und der Flächenaufnahme werden bei diesem Arbeitschritt auch schon verklebt und mit Klammern fixiert.

Wenn ich das Bild so sehe, es wird mal wider Zeit die Arbeitsplatte abzuschleifen und zu imprägnieren.

 

Der Kasten wird jetzt mit den Seitenteilen verklebt.

Die Seitenteile wurden zuvor mit einer Dreikantleiste im hinteren Teil versehen.

Die Klebung wird mit Weißleim hergestellt und mit Klammern fixiert.

 

Der erste Spant wird eingesetzt und mit Klammern gehalten.

Die Seitenteile müssen exakt ausgerichtet werden, sonst schleicht sich später ein Verzug ein. Obwohl, egal wie genau ich beim Ausrichten bin ein Verzug hat´s irgendwie immer. (grummel!)

 

Der Motorspant ist jetzt eingesetzt worden. Zuvor wurden noch Dreikantleisten zur Verstärkung der Motorspanthalterung eingeklebt.

Der Rumpfdeckel wird im geraden Bereich mit Sekundenkleber verklebt. (Der Rumpf liegt hier auf dem Rücken)

 

 

 

Spant für Spant wird sich nach Hinten vorgearbeitet (hä?!) und dabei immer den Rumpfdeckel mit Sekundenkleber mit verkleben.

 Sieht doch gar nicht schlecht aus!

 

Jetzt ist die Fläche an der Reihe. Die Querruder werden mir Balsaholz verkarstet welches mit Weißleim aufgeklebt wird.

Ich habe mich entschieden dem Vogel Flächenservos zu spendieren. Da werde ich mir noch ein Satz Microlocks für holen.

 

Nach zwei Stunden und vierzehn Minuten Bauzeit präsentiert sich der Flieger das erste mal als solcher auf der Werkbank.

Die ersten Tarnschemen werden im Kopf durchgespielt. In zwei Wochen ist in Sinsheim Messe, mal schauen was der Oravovermann an Tarnfarben vorrätig hat...

 

Nachdem der Weißleim getrocknet ist wird die Fläche schön verschliffen. Die Verkarstung der Querruder passt exakt. So macht Modellbau echt Spaß!

Mittlerweile ist es spät geworden, morgen geht´s weiter!

 

Kennt Ihr das, wenn´s Euch nach dem Aufstehen direkt in den Hobbyraum zieht?!

Jetzt geht´s an die Aufnahme des Höhenruders. Entgegen der Herstellervorgabe, habe ich den Kloz in der Mitte auseinander geschnitten, ein Hölzchen mit dickflüssigem Sekundenkleben in der Mitte leicht fixiert und dann die Rumpfform nachgeschliffen.

 

Danach das Klötzchen rausgefummelt und die eigentliche Höhenruderaufnahme mit Weißleim eingeklebt.

é voilá, fertig!

Sieht gut aus, oder?! 

 

Jetzt kommt der Bowendenzug rein. Dieser soll so gerade als möglich durch den Rumpf geführt werden.

Damit sich der Zug nicht verwinden kann, wird er an jedem Spant mit einem Stückchen Balsa fixiert.

 

Jetzt wird der Rumpfrücken und die Motorhaube mit Weißleim auf den Kastenrumpf geklebt.

Mit Kreppband werden die zu verklebenden Teile fest aneinander gedrückt. Der Weißleim muss links und rechts rausquatschen!

Der überflüssige Leim am besten jetzt wegwischen.

 

Das Höhenruder werde ich entgegen der Vorgabe absperren. Das heißt die Maserung des Balsaholzes ändert sich an den Rändern.

Obwohl es fas weht tut die schönen CNC Gefrästen Teile zu zerschneiden, gönne ich meinem Flieger dieses kleine plus an Stabilität - die ME soll schließlich am Hang fliegen. In die Mitte des Höhenruders wurde noch ein Stückchen Carbon zur Verstärkung eingearbeitet. 

 

Jetzt wurde der Rumpf hinten komplett verschlossen und alles schön miteinander verschliffen. Ein kleiner Schleifschwamm aus dem Dänischen Bettenlager leistet hier sehr gute Dienste.

Vorne wird der Rumpf erst komplett verschlossen, wenn die Fläche angepasst wurde.

Zwangspause! Mir fehlen Teile  zum weiterbauen... (grummel)

 

So, weiter geht´s!

In die Fläche wurden Servoaufnahme von Simprop (Best.Nr:100 393 3) eingeklebt. Als Kleber habe ich zum ersten mal Beli Zell von Aeronaut verwendet. Dieser PU Klebstoff schäumt beim Aushärten ein klein wenig auf und schafft so eine formschlüssige Verbindung. Macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck.

 

Als nächstes werden Strohhalme in der Fläche von den Servorahmen bis hin zur Flächenmitte verlegt. Das soll später die Verkabelung erleichtern. Davon gibt es kein Bild - habe leider kein Röntgengerät zur Hand...

Die Fläche wird nun mit 5 Minuten Epoxid Harz stumpf zusammen geklebt. Ich halte die Fläche einfach 5 Minuten in den Händen bis das Harz angezogen hat - so wird´s wenigstens gerade! Klappt immer!

Wenn das Harz dann ausgehärtet ist,  wird die Fläche, mittig auf den Rumpf gelegt und von vorne durch die  Flächenaufnahme mit einem 4er Bohrer angebohrt. In dieses Loch wird dann ein 4er Kiefernrundstab mit Weißleim eingeklebt.

 

 

Das Loch in dem der Kiefernstab sitzen soll wird mit dünnem Sekundenkleber verhärtet.

In die Flächenaufnahme hinten am Rumpf wird ein M4 Gewinde geschnitten und ebenfalls mit dünnflüssigen Sekundenkleber verhärtet und nochmals nach geschnitten.

Dann muss nur noch ein 4er Loch für die Nylonschraube in die Fläche gebohrt werden und die Fläche sitzt fest am Rumpf!

Jetzt kann auch der Rumpf vorne verschlossen werden.

 

 

Für die Haubenbefestigung wird nun ein kleiner Rahmen aus Balsaholz angefertigt.

Da das Fliegen an der Hangkante eine ganze Ecke ruppiger ist als das "normale" Fliegen auf dem Modellflugplatz, hat das Modell einen Stoßfänger spendiert bekommen. Bin mal gespannt wie der sich in der Praxis bewähren wird.

 

Da ich vor diesem Flieger noch nie was mit Laminieren am Hut hatte, hab ich mir für diesen Schritt Rat bei Patrick geholt. Der kann das wirklich klasse!! Der Trick ist folgender: Wenn Du denkst Du hast viel zu wenig Harz auf der Fläche, dann ist es genau richtig!

Also nur die Klebestelle ganz dünn mit 24 Stunden Harz einpinseln und dann eine feine Glasmatte drauflegen und antupfen bis die Matte komplett glasig ist.

 

Modellbau ist eine Mannschaftssportart und deshalb kam noch unser Häuser mit seinem "Herrenhandtäschchen" vorbei.

Preisfrage: Welches Lieblingsmodell hat Patrick?!

 

Als nächstes wurde der Übergang von Rumpf zur Tragfläche etwas schöner gestaltet. Das ist zwar ein mords Gefrickel macht sich aber am fertigen Modell immer noch besser als eine Kante.

 

Vor dem Bebüglen werden die Folienstücke grob in Form geschnitten. Das macht das Hantieren mit den Folienteilen wesentlich einfacher.

Warum Rot, werden sich jetzt manche Fragen. Die D-ISLU ist eine von drei BF109 die in ziviler Kennung am Thuner Luftrennen teilgenommen haben. Fälschlicherweise wird oft angenommen die D-ISLU währe blau gewesen, das ist aber falsch! Leider ist die echte D-ISLU damals in der Schweiz abgestürzt.

 

Na, das sieht doch gleich ganz anders aus!

Doof nur, dass das Bügeleisen während des Bügelns, neben mir explodiert ist. Fast zehn Jahre funktionierte es tadellos. Aber der Flieger muss fertig werden die Dänemarkfahrt steht vor der Tür... Also schnell zum Modellbauhändler und ein neues kaufen und weitermachen!

(das neue Bügeleisen hielt nicht mal ein Jahr... was ein Sch...!!!!)

 

Jetzt muss nur noch Farbe auf die Kunststoffteile und das Finisch ist dann soweit fertiggestellt.

 

Wie war das?! Modellbau ist ein Mannschaftsport! Deshalb schnell zum Modellbaukumpel Ralph der dann für mich seinen Plotter in Schwung geschmissen hat und mir innerhalb kürzester Zeit einen kompletten Dekorbogen für die D-ISLU gebastelt hat.

Danke Ralph!!!!

 

Geil oder?! Jetzt ist es auch schon kurz vor der Dänemarkfahrt viel später hätte das Modell auch nicht fertig werden dürfen.

Das Einzige was mich noch stört ist der Spinner! Der ist ja so gar nicht ME like. Also noch mal eine Nachtschicht einlegen und ein neuen Spinner basteln...

 

In Dänemark angekommen wird noch der Letzte Schliff mit wasserfestem Stift und Lineal aufgebracht. Das bringt noch den letzten Kick im Finish!

Und der neue Spinner sieht wesentlich besser aus als der Spinner von der Stange oder?!

 

Fertig!

Bilder und Text: Markus Marquardt